Was man im Leben erlebt, prägt einen. Dabei ist völlig egal wer man ist, woher man kommt, an wen man glaubt, wie man lebt oder gelebt hat. Man entscheidet selbst wie das Leben einen prägt und muss mit den Konsequenzen leben können. Bill und sein Bruder merken nicht, wie der Erfolg sie gegen bestimmte Menschen verändert hat. Zu diesen Menschen gehört auch die kluge, schüchterne Justine, dessen Mutter nach jahrelangem Leid gestorben ist und ihre Tochter muss zum ersten Mal in ihrem jungen Leben ihr eigenes Land verlassen. Europa ist so fern für die junge Frau aus Paraguay. Moralische Konflikte, Kulturzusammenstöße, Glaubensunterschiede und einige andere Überraschungen erwarten sie.Voraussichtlicher Postingtermin wird der Sonntag sein
Titel:Save me form myself
Autor:Linkeschnidde
Rating:P16
Genre:Romanze/ Drama
Disclaimer: alle nicht realen Personen gehören mir, ich möchte nichts behaupten, nichts verherrlichen und nichts in Frage stellen, und ich verdiene auch kein Geld mit dieser Story
Ganz normale Begegnungen am JFK Airport!
Europa! Ich kann mit diesem Begriff nicht viel anfangen. Als meine kleine Cousine ungläubig den Brief eines Anwalts vor las, dachte ich eigentlich es kann nicht schlimmer kommen. Doch ich hab mich getäuscht. Europa meine neue Heimat! Das verkündete dieser Brief. Der Schicksalhafte Brief der mich zusammen zucken ließ. Endgültig, für immer war meine heile Welt zerbrochen!
Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen, hier war ich glücklich wie nie zuvor. Ich war arm und werde es in Zukunft wohl auch sein, obwohl man sagt, dass Europa so reich ist. Aber das stört mich nicht oder hat mich nie gestört. Denn ich wurde hier von meiner Familie geliebt. Abgöttisch wurde ich von meiner Mutter geliebt. Was kann ein Kind mehr wollen? Die Tatsache, dass ich keinen Vater hatte, fand ich nie schlimm. Umso größer war meine Familie.
Meine Cousinen, meine Tanten, meine Oma und meine wenigen männlichen Verwandten. Alle aufgewachsen im selbem Dorf. Jeder war für jeden da, ohne etwas zu wollen. Familie hält nämlich zusammen! Auch und vor allem nach einem schrecklichen Verlust wie den Tod meiner Mutter.
Ich merke wie mir die Tränen in die Augen steigen und versuche wieder meinen Atem zu regulieren, aber es gelingt mir kaum. Sie fehlt mir. Ihr aufmunterndes Lächeln und ihre warme Ausstrahlung. Selbst ihr wütendes Gesicht hoff ich nie zu vergessen. Davor fürchtet sich wohl jeder Mensch am meisten. Wenn die Erinnerung beginnt zu verblassen und nichts mehr bleibt von dem geliebten Menschen. Ich frage mich oft, ob sie überlebt hätte, wenn wir genügend Geld für einen Therapie gehabt hätten. Oder ob sie einfach nur länger bei mir geblieben wäre.
Meine Mutter legte viel Wert darauf, dass ich Deutsch lerne, ich wusste bis zu ihrem Ende nicht wieso. Doch dann offenbarte sie mir die Wahrheit. Sie erzählte mir von dem schönsten Sommer ihres Lebens vor 18 Jahren. Sie ist nach Hamburg mit dem Schiff und ihrer besten Freundin. Endlich nach Europa, über den großen Ozean. Meine Mutter hat damals auf diesem Schiff gearbeitet und dann ist es passiert. Die große Liebe!
Die große, wahre Liebe, die dir nur einmal in deinem Leben begegnet. Sie war so alt wie ich jetzt, als sie sich trafen und sie meinte, sie wusste sofort, dass er der Richtige ist. Dabei spielte es für sie keine Rolle, dass er der Sohn eines erfolgreichen, reichen Unternehmers war. Sie war fasziniert von seiner Art und seinen Augen. Seinen strahlend blauen Augen. Alles was ihr von diesem Sommer geblieben war, war die Erinnerung und ich. Ich mit den gleichen strahlend blauen Augen und den pechschwarzen Haaren.
Ich bewundere meine Mutter, wie man sicher feststellen kann. Sie war so stark und vor allem furchtlos. Etwas was ich gerne geerbt hätte von ihr. Dafür war ich gesegnet mit ihrem Gesicht. Man hätte uns für Zwillinge halten können. Nur die Augen verrieten mich. Woher ich das wusste? Damals haben die beiden ein Foto am Eiffelturm von sich gemacht. Vielleicht ein weiterer Grund warum sie mir genommen wurde. Sie hat ein Stück ihrer Seele in diesem Foto festgehalten! Ihr eigenes bild hat sie mir vermacht und das andere hat der Mann, zu dem ich jetzt komme.
„We arrive our destination, the John F. Kennedy Airport, in 5 minutes. Please sit down!“
Erstaunt löse ich meinen Blick vom Fenster und zu den übrigen Passagieren zurück. Die Panik überkommt mich mittlerweile wieder. Ich war noch nie in einem Flugzeug. Geschweige denn, dass ich mal mit so was geflogen bin. Ich hab immer nur den Bus genommen. Nicht mal ein eigenes Auto hatten wir und jetzt gleich ein Flug über 24 Stunden.
Das Abheben war vorhin das schlimmste und deshalb bin ich davon überzeugt, dass die Landung auch nicht besser wird. Ich merke schon wie ich immer schneller atme und das Flugzeug auf den Boden zusteuert. Von wegen 5 Minuten. Jetzt ist ein Fensterplatz an den Düsen auch nicht gerade von großem Vorteil. Ich merke wie in meinem Bauch erneut das Gefühl aufkommt, dass da drin jemand Luftloopings macht. Doch im nächsten Moment ist das Gefühl schon wieder verschwunden. Zum Glück, denke ich mir und werde von der Schwerkraft in meinen Sessel gedrückt.
„Thank you for flying with Delta. Have a pleasant stay in New York!”
Ach ja, den werde ich bestimmt haben. An einem Flughafen, der vermutlich ziemlich groß ist und dazu noch mal durch den Sicherheitscheck. Ich werde mich mit meinem Orientierungssinn bestimmt verlaufen. Unsicher warte ich erstmal den ersten Ansturm auf den Ausgang ab und stehe dann auf, um ebenfalls mein Handgepäck zu holen und das Flugzeug zu verlassen.
Ich folge dem Storm der Menschenmassen vor mir und komme schließlich an der frischen Luft New Yorks an. Doch viel Zeit um mir den Flughafen genauer anzusehen, habe ich nicht. Die Menschen hinter mir schieben mich förmlich zu den Busen.
In so einem Bus werde ich wenige Minuten später zum Hauptgebäude gefahren. Ich sehe mich hilflos um, während die meisten Passagiere ihr Gepäck holen. Aber die nette Frau am Schalter beim Check-In hat mir extra gesagt, dass ich das nicht brauchen werde, sondern einfach zu Gate E9 laufen muss. Nur wo ist E9?
Ich sehe mich verzweifelt nach einem Flughaftenmitarbeiter um und entdecke schließlich eine Frau, die sympathisch wirkt.
„Where do I find Gate E9?”
“Just go straight on, upstairs and then you've got to go through the security desk and then keep a lookout for the sign, on which you can read “E”!”
“Okay thank you!”
Lächelnd bedanke ich mich und folge ihrer Beschreibung. Die Treppen hoch und entdecke sofort die Sicherheitskontrolle. Ein Junge, für ihn in viel zu großen Klamotten, steht da und wird von dem Mann mehrmals aufgefordert durch den Detector zu gehen. Ich möchte mich gerade auf die beiden zu bewegen als mir ein Mann zuruft.
"Excuse me, Miss! The security desk is closed. Would you come over here!“
Lächelnd komme ich auf den Mann zu, der mich angesprochen hat und achte nicht mehr wirklich auf meine Umwelt. Ohne großartige Probleme komme ich durch die Sicherheitskontrolle und gehe den langen Weg entlang. Am Ende dieser Einbahnstraße stehe ich vor der Möglichkeit in drei verschiedene Richtungen zu gehen.
Erstmal bleibe ich ziemlich hilflos vor den Schildern stehen und sehe mich um. Also nach links muss ich, stelle ich fest und mach mich mal gleich in die Richtung. Ich habe zwar noch 2 Stunden Wartezeit, aber die richtige Richtung kann nicht verkehrt sein. Nachdem ich auf dem Weg zum Gate auf Toilette war, komme ich an einem Getränkestand vorbei. Kurzerhand entscheide ich mich dazu von meinem letzten Dollar einen Fruchtcocktail zu kaufen.
Gut gelaunt sehe ich mich um und beobachte einzelne Menschen oder Familien, die eilig hin und her laufen, sehe aus den riesengroßen Glasfenstern die Flugzeugen landen und starten. Fasziniert von dem Ausblick erschrecke ich, als ich die Durchsage höre.
“We request the first class passengers of the flight to Hamburg to the Check-In, please!”
Die meinen damit auch mich. Meinen Flug und ich hab wegen diesem so genannten Mann, der mir bis jetzt völlig fremd ist, ein Frist Class Ticket. Auf Grund der Durchsage drehe ich um und möchte meine Tasche packen. Dabei stoße ich mit einen mir fremden Körper zusammen, dessen Besitzer viel größer ist als ich.
„Was für eine verdammte Scheiße! Ich glaub es nicht! Wie bescheuert kann man eigentlich sein?“ faucht dieser sofort los. Nicht nur, dass ich mit ihm zusammen gestoßen bin, sondern ich ungeschicktes Mädchen habe noch den Rest meines Fruchtcocktail auf sein Shirt geschüttet.
„Das war von Guess!“ stöhnt er auf und ich bemerke wie jemand hinter ihm lacht.
Ich trau mich gar nicht die sehr große Person vor mir anzusehen und mache es dann doch. Da ich schon genug angerichtet habe und ich nicht auch noch unhöflich sein möchte. Unsere Augen treffen sich und ich bemerke eine gewisse Überheblichkeit würde ich fast sagen. Augenblicklich habe ich Angst vor diesem jungen Mann mit den pechschwarzen Haaren.
„ I...i…i ich !“ stottere ich mir einen ab was von dem jungen Mann, den ich vorhin bei der Sicherheitskontrolle gesehen habe, mit einem breiten grinsend bemerkt wird. Schüchtern sehe ich auf meine Schuhe, die ich viel interessanter finde und bringe noch hervor.
„Es tut mir leid. Ich wollte das wirklich nicht!“
Die einzige Reaktion die folgt ist ein gestöhntes. „Och ne die kann Deutsch! Saki halt sie von mir fern!“
Ich hebe wieder meinen Kopf, sehe wie er abfällig eine Handbewegung macht und sich an seinen Freund wendet, der mich immer noch ansieht. Etwas weiter hinten kommt ein breiter Mann auf uns zu. Ich bin ziemlich verwirrt und sehe wohl auch so aus. Wortlos drehe ich mich weg und schüttele den Kopf. Dabei flüstere ich noch laut genug, dass er es hören kann.
„Prepotente Hombre!“
Auf Deutsch heißt es „Arroganter Mistkerl!“ Ich habe es an seinem Blick gesehen. Ich kenne solche Menschen nur zu gut. Bei mir zu Hause gab es auch solche. Jedenfalls in der Schule, die ich besucht habe. Meine Mutter ist extra hart arbeiten gegangen, damit ich auf diese Schule konnte. Eine gute Bildung war ihr sehr wichtig.
„Wie bitte?“ reißt mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Ich höre die Überheblichkeit, das Unglauben und die kühle Härte sehr deutlich in seiner Stimme. Ich könnte mich jetzt umdrehen und ihm das noch einmal ins Gesicht sagen. Ich schätze er kann kein Spanisch. Stattdessen führe ich ungeirrt meinen Weg zu der Schlange in dem Schalter fort. Die beiden komischen Männer stellen sich ebenfalls an ausgerechnet hinter mir.
„Also, was war das vorhin?“ versucht es der andere mit dem ich nicht zusammengestoßen bin. Er klingt belustig, aber dennoch so als würde er es eh herausbekommen, weil er es gewöhnt war das sich alles nach ihm dreht. So sind nun mal reiche verwöhnte Kinder von genauso reichen und verwöhnten Eltern.
Ich merke förmlich wie mein Blut gefriert und ich wütend werde. Es gibt so viele Menschen, die arm sind und Benehmen haben. Ist es nicht ungerecht, das es auch so viele Menschen gibt, die ihren Reichtum nicht würdigen. Wütend drehe ich mich zu dem Schwarzhaarigen um, der feixend mit seinem Bruder hinter mir steht und mich überheblich angrinst. Zum ersten Mal bemerke ich zwei Jungs, die neben ihnen stehen und eigentlich nett und normal aussehen.
„Ach Miss ich kann nur stottern verrät uns was sie da geflüstert hat!“ feixt der Junge, mit dem ich zusammengestoßen bin seinem Kumpel zu und krümmt sich fast vor lachen.
„Ich hab gesagt arroganter Mistkerl!“ antworte ich und plötzlich verfinstert sich seine Miene.
„Ach und wie kommst du da drauf?“ antwortet er und auch das Grinsen aus dem Gesicht seines Kumpels ist gewichen. Ich lächele lieblos und antworte fast belustigt!
„Schau in den Spiegel und hör dich selbst reden. Wenn dir das nicht reicht, dann sollte jemand deinen abfälligen Blick, mit dem du Menschen wie mich ansiehst, aufnehmen und dir zeigen. Am besten macht das dein reicher Daddy, der dich auch so verwöhnt hat und zu dem armseligen Menschen gemacht hat, der du bist!“ beende ich meine Rede, drehe mich um und reiche der Stewardess meine Boradkarte.
nächste Kapitel kommt, wenn genug Reviews gekommen sind