Timid-girl
30. September 2008, 16:39
VorwortAutor: Linkeschnidde
Titel: Hass mich, denn ich hab es so gewollt
Art der Story: dramatische Romanze
Hauptpersonen: Georg, Ruby, Finn, Nancy …
Nebencharaktere: verschiedene (u.a. Tom & Bill)
Rating: PG 14
Pairing: vorhanden
Chapteranzahl: - 23 –
Postingtermin: gibt es keinen festen. Einmal pro Woche, wenn möglich
Sicht: Rubys Sicht, Ich- Perspektive
Claimer: Alle Figuren außer den Jungs von TH, die in dieser FF-Story auftauchen, gehören mir, sowie die Storyidee natürlich.
Anmerkung: Die Songs „Heilig“, „Nach dir kommt nichts“ und „1000 Meere“ wurden in dieser Story von Georg, in dieser Reihenfolge, nach der Trennung von Ruby geschrieben. Ich glaube wenn ihr euch diese Songs noch mal gegen Ende der Story anhört könnt ihr etwas nachvollziehen, wie ich mir das vorgestellt habe.
Summary: Ruby ist 21 Jahre alt und ist nach Berlin geflüchtet. Es gab eine Zeit, da hatte sie ein perfektes Leben an der Seite ihrer ersten großen Liebe Georg Listing in ihrem Heimatort Magdeburg. Damals war sie noch hübsch und beliebt und er kein Star sondern nur ein Bandmitglied. Jetzt sieht man ihr an das sie nicht glücklich ist, völlig überfordert mit ihrer neuen Rolle und zu allem Überfluss noch Magersüchtig. Den Kontakt zu alten gemeinsamen Freunden hat sie abgebrochen, denn niemals darf Georg die Wahrheit erfahren. Sie wollte, dass er sie hasst um sie vergessen zu können. Dabei liebt sie ihn jetzt noch abgöttisch und bereut jeden Tag ihre Entscheidung. Ihm selbst nicht die Wahl gelassen zu haben. Ihre einzige enge Freundin mittlerweile ist BWL Studentin und Mitbewohnerin Nancy.
Viel Spaß beim Lesen
Prolog„RUBY“ hör ich seid über 5 Minuten einen völlig wütenden Georg von unten hoch brüllen. Damit hat er mir die Hoffnung, dass ich ihn nie wieder sehen muss, genommen und meine Mutter steht aufgeregt in der Zimmertür. „Du musst mit ihm reden Schatz!“ spricht sie eine unausweichliche Tatsache aus. Eigentlich habe ich gehofft, wenn ich ihm einen SMS schreibe wäre er so verletzt, dass er es auf sich beruhen lassen würde und sich auf die Band konzentrieren würde. Stattdessen haben die Jungs das Promotion Konzert vor ihrer Pariser Plattenfirma einfach abgebrochen. „Ich kann ihm nicht in die Augen sehen dabei.“ flüstere ich und lausch den Stimmen von draußen.
„Georg beruhig dich!“ hör ich Davids wütende Stimme. „Halt du dich da raus, als ob das ganze dir nicht super in den Kram passt. Ich wette du machst insgeheim Luftsprünge vor Freude.“ brüllt ihn Georg an. David war schon immer gegen unsere Beziehung gewesen. Schlecht fürs Geschäft, wenn die Fans es rausbekommen würden, deshalb ist schon Gustavs Beziehung gescheitert und ich weiß wie viel Angst Georg immer um uns hatte. Aus seiner Sicht muss jetzt sein schlimmster Alptraum wahr geworden sein. „Schatz warum überlässt du Georg nicht die Wahl, ob er mit der neuen Situation klar kommen würde.“ flüstert mir meine Mutter beruhigend zu. „Ich kenne ihn Mutter. Ich kann ihm das nicht antun. Er muss mich hassen, das ist das Beste glaub mir!“ erklär ich noch einmal meinen Entschluss.
Ich straff die Schultern zurück und wisch mir die Tränen aus dem Gesicht. Langsam und nervös begebe ich mich nach unten. „Du schaffst das! Schau ihm nicht in die Augen“ spreche ich mir selbst Mut zu und öffne ruckartig die Tür. Der Anblick zerreist mich innerlich und ich bin für einige Minuten sprachlos. Bill und Tom werfen sich besorgte Blicke zu und lehnen an dem schwarzen Van. Gustav versucht die ankommende Eskalation zwischen David und Georg zu vermeiden oder im Zweifelsfall, das schlimmste zu verhindern. Georg schreit wütend auf David ein, der zu seiner Verteidigung wütend auf Georg einredet. Die Zwillinge sind die ersten die auf mich Aufmerksam werden und machen die anderen ebenfalls auf mich Aufmerksam.
Es dauert nicht lange da steht Georg direkt vor mir und ich kann seinem Blick nicht ausweichen. Sein trauriger und verletzter Gesichtsausdruck sorgt dafür, dass mein innerlicher Schmerz mir fast den Atem raubt und ich am liebsten nach Luft schnappen würde. Doch diese Reaktion würde mich verraten. Wenn nicht schon der kleine Moment in dem er den Schmerz in meinen Augen sehen konnte ausgereicht hat. Georg berührt zaghaft mein Gesicht und beugt sich mir entgegen.
Der Kampf in meinem Inneren ist unermesslich und ich höre meine innere Stimme immer lauter werden. Bis sie gnadenlos zu schreien beginnt, sodass ich das Gefühl habe ganz Deutschland kann sie hören. „Küss ihn nicht, alles wird nur noch schlimmer. Gib euch eine Chance, denk doch an den Plan. Er wird dich verlassen du musst ihm zuvorkommen. Er würde dich niemals verlassen, dass hat er dir geschworen. Du glaubst doch wohl echt nicht, dass er sich für dich und den Bastard in deinem Bauch entscheidet. Dein Kind braucht einen Vater. Georg ist aber nicht der richtige Vater oder willst du ihm etwa erzählen er sei es? Wenn du ihm alles erzählst wird er zu dir stehen. Das Kind wird euch früher oder später auseinander bringen und er wird es nie so lieben wie seine eigenen.“ Plötzlich spür ich seine warmen weichen Lippen auf meinen und mein Körper erstarrt vor Schreck. Mein Herz fängt an wie wild zu schlagen und ich öffne meine Augen betracht meine große Liebe mit geschlossenen Augen. Die Stimmen verstummen und ich hab mich entschieden!
Ich weiche einen Schritt vor ihm zurück und senke meinen Kopf. „Verschwinde aus meinem Leben Georg. Es ist vorbei!“ Während die Worte meine Lippen verlassen hebe ich den Kopf um ihm das Gefühl zu geben ich würde im ins Gesicht sehen. Doch das kann ich nicht und so fixiere ich nur Toms Cap, die ich in weiter Entfernung direkt neben Georgs Gesicht erkennen kann. „Ruby, dass kannst du nicht machen. Du kannst doch nicht 3 Jahre und 5 Monate einfach so wegwerfen. Bitte tu mir das nicht an!“ erwidert Georg mit brüchiger Stimme. „Ich kann und ich mach es!“ sag ich dreh mich um und ergreife die Haustüre, doch bevor ich sie schließen kann hör ich noch wie Georg leise fragt. „Was ist mit unserem Plan?“ „Dinge ändern sich!“ antworte ich und schließ die Tür hinter mir.
Meine Mutter steht an der Wand gelehnt und sieht mich mitleidig an. Ich renne, als würde es um mein Leben gehen, hinauf in mein Zimmer und kann die Tränen nicht mehr zurück halten. Weinend lieg ich ihm Bett, als ich Georg schreien höre. „Ich werde dich immer Lieben. Egal was passiert! So einfach gebe ich mich nicht geschlagen.“
Über Freunde und meine Eltern habe ich immer wieder erfahren, dass er in der Tat nicht daran denken würde mich aufzugeben, bis ich ihm wohl endgültig das Herz gebrochen habe. Indem ich meine Eltern dazu gebracht habe, gemeinsamen Freunden zu erzählen, dass ich mich mit meinem neuen Freund verlobt hätte und wir gemeinsam nach Hannover gezogen sind. Die Hochzeit wäre für nächsten Sommer geplant und wir hätten uns im Frühjahr dieses Jahres kennen und lieben gelernt. Das ich ihn dazu gebracht habe mich zu hassen war zwar mein Ziel, doch im Nachhinein bin auf diese Leistung nicht stolz.
Prolog
Timid-girl
5. October 2008, 14:34
billsmikroständer@ Danke hoffe dir gefällt es später auch noch
xXxDeViLiShxXx @ Ja klar nach so einem Lob
ThgirlBillTom@ Danke süße geht schon weiterIn der selben StadtDer starke Herbstwind fegt heute Abend besonders stark über die Straßen Berlins. Während ich mich schützend in meinen Mantel hülle und den Heimweg antrete. Ich bin erschöpft von der Arbeit im Cafe und möchte eigentlich nur noch ins Bett, aber das kann ich mir leider nicht leisten. Es ist erst 21 Uhr und ich muss ein Referat für meinen Dozenten anfertigen, welches am 24. Oktober, also in einer Woche, abgegeben werden muss. Leider gibt es keinen Aufschub und ich bin nach dieser stressigen Woche nicht dazu gekommen überhaupt einmal anzufangen. Jedenfalls habe ich jetzt eine passende Ausrede, die einmal nichts mit meinen Mutterpflichten zu tun hat, warum ich nicht mit zu einer tollen Party und speziell einer Aftershowparty gehe. Alina eine Kollegin für die ich heute im Cafe die Schicht ab 17 Uhr übernommen habe, hat mich und Nancy eingeladen, da ihr aktueller Mitbewohner die Kontakte hat und es kein Problem wäre uns rein zu bringen.
Seid ich damals im Juni 2006 Schwanger geworden bin meide ich es lange oder überhaupt wegzugehen und nachts alleine durch die Gegend zu laufen. Ersteres einfach aus dem Grund, dass ich kaum Zeit habe Mutter, Studentin und Aushilfe zu sein ist einfach zu Zeitaufwendig und anstrengend, aber speziell auf diese Aftershowparty kann ich getrost verzichten, denn ich weiß das er dort sein wird. Georg Listing, der Bassist der erfolgreichsten Tennagerband der letzten Zehn Jahre, selbst Amerika haben sie im Sturm erobert. Womit wirklich niemand gerechnet hätte. Dieser Georg Listing war jedoch auch vor genau 2 Jahre 4 Monate und 9 Tagen noch die Liebe meines Lebens und wenn mir damals jemand gesagt hätte, ich würde ihn verlassen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nein, ich und Georg hatten einen Plan, denn Plan für immer zusammen zu bleiben und diesen Plan hatten wir an seinem 16. Geburtstag geschmiedet wenige Wochen nachdem wir zusammen gekommen waren. Der Grund warum ich nicht gerne alleine im dunklen durch die Gegend laufe ist einfach und heißt Angst. Ich denke junge Frauen können, dass in einer Großstadt wie Berlin sehr gut nachvollziehen.
Endlich stehe ich vor meiner Haustür, obwohl meine Haustüre nicht ganz passt. Ich teile mir nämlich die Wohnung mit meiner Mitbewohnerin Nancy, welche eine Mitstudentin von mir ist, aber so haben wir uns leider nicht kennen gelernt. Ich vermeide es daran zu denken und so schließe ich jetzt frierend, die Haustüre auf und haste die Treppe in den 5 Stock hinauf. Seid Weihnachten 2006 wohnen wir hier in einer schicken Altbauwohnung in einem reicheren Viertel Berlins. Die Wohnung hat uns Nancys Vater zur Verfügung gestellt und dafür bin ich ihm heute noch unendlich dankbar. Nach der Sache mit Georg konnte ich nicht in Magdeburg bleiben, außerdem hätte er von Finn meinem kleinen 1 Jahr und mittlerweile 8 Monate altem Sohn erfahren und genau aus diesem Grund habe ich meinen gesamten Freundeskreis ebenfalls aufgeben müssen. Zu erst hab ich sehr mit mir gekämpft und mich schließlich dazu entschlossen nur zu denen den Kontakt abzubrechen, die sowohl mit Georg, als auch mit mir eng befreundet waren. Eine gute Idee dachte ich bis ich herausfinden musste, dass all meine Freunde ebenfalls seine Freunde sind bzw. waren. Meine Eltern habe ich gebeten zu Weihnachten zu mir und Nancy zukommen, da ich damals im stolzen 6 Monat war.
Jeden Gedanken an diese schlimme Zeit versuch ich zu verdrängen und konzentriere mich auf das Hier und Jetzt. Ich trete in die warme Wohnung und rieche den angenehmen Duft von Kuchen. Nancy hat sich bestimmt wieder einmal selbst übertroffen, aber in den Genuss kommt morgen mein über alles geliebter Finn. Leise schleich ich mich in mein Zimmer und schließe die Tür hinter mir zu.
„Na Endlich!“ ertönt die Stimme von Nancy auf meinem Bett. Total erschrocken zucke ich zusammen und erschrecke mich fast zu Tode. „Herrgott musst du mich so erschrecken!“ fauch ich sie wütend flüsternd an. „Wenn du nicht an dein Handy gehst!“ verteidigt sich Nancy und beobachtet mich, wie ich meine Tasche zur Seite lege und mich umziehe. „Ich hab gearbeitet und ich glaub der Akku ist schwach, aber schleich dich nicht immer in mein Zimmer!“ gebe ich etwas besänftigter zurück, weil mir bewusst ist, dass sie sich nur Sorgen macht. Nancy achtet nicht mehr auf, dass was ich zu ihr gesagt habe sondern stellt besorgt fest. „Du siehst gar nicht gut aus!“ „Mhmm!“ ertönt nur von mir und ich fahr meinen PC hoch. „Ich mach mir nur Sorgen. Du darfst nicht abnehmen, dass weißt du. Es wäre eh besser…!“ fängt sie an mir wieder eine Rede über Verantwortung zu halten und das ich kämpfen soll gegen meine Krankheit, weil ich jedoch heute wirklich nicht stark genug bin um mir das anzuhören schneide ich ihr das Wort ab und schmeiß sie aus meinem Zimmer.
Nachdem sie die Tür hinter sich verschließt könnte ich mich wieder einmal selbst Ohrfeigen. Früher war ich nicht so launisch, aggressiv und ungerecht gewesen. Was hat die Krankheit nur aus mir gemacht, als ob die Stimmungsschwankungen bei einer Schwangeren nicht schon viel für Nancy waren und trotzdem hat sie mich bei sich aufgenommen. Ich widerstehe dem Drang ihr hinterher zu rennen und mich sofort zu entschuldigen nur schwer, aber ich muss jetzt an meinem Referat arbeiten. Ich schaffe es zwei Stunden mich vollkommen zu konzentrieren und stelle erleichtert fest, dass ich schon 8 Wordseiten geschrieben habe. Erschöpft schleppe ich mich in die Küche um mir etwas zum Trinken zu holen. Dabei entdecke ich, dass die Balkontür im Wohnzimmer offen steht. Nancys einziges Laster ist das Rauchen und wenn sie nervös ist oder nachdenkt wird sie zur Kettenraucherin. Mit einem Weinglas für sie und einem stillen Wasser für mich betrete ich den Balkon und betreue gleich so leicht angezogen zu sein. Nancy liegt eingekuschelt in eine Decke auf einer unser Liegen und zieht an ihrer Zigarette.
„Na ein Glas Wein?“ frag ich sie und setzt mich ihr gegenüber. Nancy, die mich bis dahin nicht bemerkt hat, sieht auf und lächelt. „Ja danke! Und wie weit bist du mit dem Referat?“ fragt sie und wendet ihren Blick wieder auf die Sternenklare Nacht. „Fast die Hälfte hab ich schon geschafft! Jedenfalls deutlich mehr, als ich erwartet habe.“ beantworte ich ihre Frage und trinke aus meinem Glas. „Du bist eben ein Multitalent Ruby. Wozu du einen Abend brauchst sitze ich drei oder vier dran. Mein Bruder war heute da und wollte Finn morgen mit zum Drachensteigen nehmen. Somit haben wir einen halben freien Tag. Ist ja ok das ich zugesagt habe oder?“ fragt sie und lächelt mich schwach an. „Ja ist es, aber ich glaub ich gehe mit. Irgendwas stimmt nicht mit dir. Was ist los?“ frag ich sie besorgt und leg meinen Arm um ihre Schulter. „Ich hab jemanden kennen gelernt!“ erzählt sie und spontan ohne nachzudenken antworte ich. „Ist doch Prima.“ „Wie man es nimmt. Ich hab Angst und das beklemmende Gefühl meine Vergangenheit holt mich wieder ein.“ erklärt sie ihren Unmut über die eigentlich Positive Entwicklung. „Hat er so eine beängstigende Ausstrahlung?“ frag ich. „Er ist mehr der Beschützertyp, aber …“ beginnt sie ihren Satz und ich vervollständige ihn mit den Worten „ aber genau das ist so beängstigend.“ Seufzend nehmen wir uns in den Arm und beobachten die sternklare Nacht. Als wir uns kennen gelernt haben, haben wir beide gegen unser Trauma gekämpft, doch im Grunde haben wir es nur geschafft die Folgen, die der Vorfall bewirkt hat, zu akzeptieren und Erinnerungen zu verdrängen. Den Kampf ins alte Leben zurück, denn haben wir noch lange nicht gewonnen und Prüfungen gehen wir grundsätzlich aus dem Weg. „Riskier es du kannst nicht ewig davonlaufen!“ flüstere ich kaum hörbar, doch Nancy hat mich genau verstanden. Sie dreht sich zu mir um und sieht, mit ihren stechend grünen Augen, mich durchdringend an. „Wenn ich das nicht kann, dann kannst du das ebenfalls nicht, dass ist dir schon klar. Ich riskier es und du hältst dich an deinen Essensplan.“ biete sie mir einen Deal an und ich nicke nur traurig. Nachdem sie wieder eine Andeutung auf mein nicht vorhandenes Essverhalten gemacht hat spüre ich deutlicher denn je das Hungergefühl. Doch um Mitternacht werde ich es nicht mehr stillen, wenn ich auch versuchen werde wieder ein normales Verhältnis zum Essen zu entwickeln. „Wenn wir das geschafft haben suchen wir dir einen guten Mann!“ fügt Nancy mit ihrer verträumten Stimme hinzu, die sie nur verwendet wenn sie in perfekten Träumen schwelgt bzw. sie von ihrer Hochzeit träumt.
„Es gibt nur einen Mann denn ich will!“ gebe ich flüsternd zu und versinke in einen Tagtraum von mir und Georg. Ich sehe ihn mit freiem Oberkörper vor mir stehen seine warmen braunen Augen leuchten und nasse Wassertropfen werden von den Sonnenstrahlen reflektiert. Er beugt sich lächelnd zu mir runter, fährt meine Gesichtskonturen mit dem Finger entlang und gibt mir schließlich einen sanften Kuss, der mein Herz fast zum Stillstand bringt und sein Duft schießt mir durch die Nase. Nie könnte ich vergessen wie er roch, wie er geküsst hat, wie er gelächelt hat, wie er mich zur Weißglut gebracht hat, wie er mich beruhigt hat, wie es sich angefühlt hat von ihm in den Arm genommen zu werden. Im Grunde bin ich mir sicher ihn niemals vergessen zu können und die Erinnerung lässt den Schmerz, dass ich ihn für immer verloren habe und selbst dafür verantwortlich bin, nur noch deutlicher werden. In der Realität gibt es kein wir mehr und denn Plan für immer zusammen zu bleiben.
Was mir jetzt, aber wirklich einen Dolch ins Herz rammt ist die Gewissheit, dass er hier ganz in der Nähe ist. Manch Außenstehender würde vermuten, dass ich ein Hardcore Tokio Hotel Fan bin, doch ich sage mir selbst ich würde das nur tun um ihnen aus dem Weg zu gehen. Immerhin geht, dass nur wenn ich weiß wo sie sich gerade aufhalten. Keinen Kilometer ist das Hotel in dem die Band heute Abend übernachtet entfernt und es könnte sein, dass wir in dieser Sekunde beide auf den Mond sehen, der uns vor so vielen Jahren zusammengebracht hat.
Timid-girl
19. October 2008, 17:14
Drachensteigen mit Finn
Am nächsten Morgen erwache ich durch den Lärm im Wohnzimmer und gleich ergreift mich die pure Panik. Finn schreit wie ein verrückter. Noch total verschlafen in meinem T-Shirt haste ich ins Wohnzimmer. „Was ist los?“ frag ich panisch und knie mich zu meinem Sohn der im Rollstuhl wie wild um sich schlägt. „Pssschtt!“ mach ich und nimm ihn in den Arm. Dabei blicke ich in die verwirrten Gesichter von Mark, Nancys Bruder und Nancy die wohl genau wie ich plötzlich durch die schreie wach geworden ist. „Er hat plötzlich los geschrienen, als ihm klar geworden ist, dass wir alleine gehen. Ohne dich!“ erklärt Mark denn Vorfall und sieht mich reumütig an. „Schon okay! Ich mach mich gleich fertig Schatz und dann kommt Mammi mit ok!“ red ich meinem kleinen Schatz beruhigend zu und verabschiede mich ins Bett.
15 Minuten später sitzt Finn, glücklich strahlend, neben mir im Auto und spielt mit seiner Rassel. Mark ist zwei Jahre älter als Nancy, die auch mitgekommen ist, und gerade mit dem Studium fertig geworden. Seid September ist er bei einer privaten Organisation seines Vaters Zivildienstleistender und zufälligerweise auch Finns Zivi. Finn ist mit einem Wasserkopf auf die Welt gekommen und braucht deshalb besonders viel Aufmerksamkeit und Pflege. Da ich nebenher studiere und arbeite ist es mir ohne Nancy und Mark eigentlich gar nicht möglich den kleinen zu versorgen, aber Finn kennt die momentane Situation gar nicht anders sonst würde er wohl jeden außer seiner Mutter von sich wegstoßen hat mir meine Psychologin erklärt. Das hätte mein kompliziertes Leben nur noch komplizierter gestalten.
„Wir sind gleich da!“ ertönt Marks besorgte Stimme und mir fällt zum ersten Mal sein besorgter Gesichtsausdruck gegenüber mir auf. Ich nicke ihm dankend zu und versuch meinem kleinen Finn zu erklären, dass wir gleich da sind. Währenddessen halten wir auch schon und Nancy bekommt einen Anruf von Alina. Völlig genervt zieht sie ab vermutlich um Alina abzuwimmeln. Gemeinsam mit Marks Hilfe hiev ich Finn in seinen Rollstuhl und schieb diesen dann zu einem ebenen Weg. Finn achte nicht mehr wirklich auf mich sondern begutachtet faszinierend die Drachen in der Luft. Mark ist an meine Seite getreten und folgt Finns und meinem Blick. „Schön nicht wahr?“ fragt er und ich kann als Antwort nur nicken. Ich versuch mich daran zu erinnern wie ich, als kleines Kind mit dem Drachen gespielt habe, aber allzu viel ist nicht mehr übrig geblieben. „Weißt du noch wann du das erste Mal einen Drachen hast steigen lassen?“ fragt mich Mark wieder und ich verneine.
„Schade, ich weiß es noch genau, als wäre es gestern gewesen! Ich war 4 Jahre alt musst du wissen und ....“ fängt er erst einmal an zu erzählen und ich höre ihm jetzt schon nicht mehr zu. Einfach so tun als ob und plötzlich grinst er mich verschmitzt an. „Was ist?“ frag ich verwirrt und er grinst noch breiter. „Ach nichts!“ antwortet er und fährt mit Finn zu einem anderen Platz von dem er den Drachen steigen lassen will. Plötzlich steht Nancy neben mir und grinst ebenfalls bis über beide Ohren. „Was habt ihr denn? Ist das irgend so ein Geschwister-Gen was das auslöst?“ frag ich verwirrt. Nancy lacht laut los und nachdem sie sich wieder eingekriegt hat bekomm ich doch noch eine Antwort.
„Mein Bruder grinst über seine Dummheit und ich wegen Alina!“ fängt sie an und ich muss wieder gefühlte 5 Minuten warten, bis ich weitere Erklärungen bekomme, da Nancy schon wieder einen Lachanfall bekommt. Ich hab zwar keine Ahnung was so komisch ist, aber ich würde es gerne heute noch erfahren denk ich mir heute meinen bissigen Kommentar nur still und warte geduldig ab. „Alina hatte gestern , denn besten One night stand ihres Lebens und der Typ fand sie wohl auch ganz toll und hat sie eingeladen zu ihm nach Hamburg zu kommen. Sie, dich und mich am Montag geht es los na was sagst du?“ erklärt Nancy jetzt gefasst, obwohl sie den ersten Teil mit viel Ironie erzählt hat. „Ich weiß nicht was da jetzt SO witzig war, aber ich kann nicht mitkommen macht das Mal schön alleine. Ich muss mich um Finn kümmern!“ antworte ich ihr und folge Nancys Blick in Richtung unserer Jungs. „Komm schon! Mark kümmert sich bestimmt liebend gerne um ihn. Es ist nur ein Tag wird sind am Abend wieder da.“ versucht sie mich umzustimmen. „Ich muss auch noch Arbeiten!“ gebe ich zu bedenken. Irgendwie hätte ich schon Lust einmal nach Hamburg zu fahren. Während Alina sich die Zeit mit diesem Typen vertreibt könnten ich und Nancy einen schönen Nachmittag nur für uns verbringen. Seid Finn auf der Welt ist habe ich kaum noch irgendwas einmal nur für mich gemacht. Nancy winkt ab und antwortet „Alina regelt das mit deiner Schicht. Denk einmal an dich und nicht an alle anderen Süße!“
„Na ihr beiden kann es los gehen!“ unterbricht uns Mark und Nancy verdreht genervt die Augen. „Fang schon mal ohne uns an, wir kommen nach!“ antwortet sie und zieht mich mit zum Auto. „Was ist denn?“ frag ich verwirrt und werfe Mark einen entschuldigenden Blick zu. „Nichts! Außer das du mir noch eine Antwort schuldig bist.“ sagt Nancy grinsend und holt sich aus dem Picknickkorb etwas zum Essen. „Ich überleg es mir! Mhmm lass mich erst einmal Morgen mit Dr. Mayer reden!“ gebe ich ihr nicht die erhoffte antwort, aber verneint hab ich die Möglichkeit auch nicht. „Wie morgen ist Sonntag. Seid wann hast du sonntags eine Therapiesitzung?“ fragt meine Freundin jetzt ziemlich überrascht. „Sie hatte am Donnerstag einen Notfall und deshalb den Termin auf morgen verlegt.“ erklär ich ihr und nehme widerwilligen den Apfel von ihr an. „Oh na dann grüß sie von mir und jetzt iss bitte.“ sagt Nancy und sieht zu Finn und Mark. „Irgendwie sieht das wie Vater und Sohn aus!“ kommentiert sie ihre Beobachtung. „Kann sein, aber Finn hat nun einmal keinen Vater!“ antworte ich ihr und beiß von dem Apfel ein kleines Stückchen ab. Langsam kaue ich und versuch mich nicht darauf zu konzentrieren, aber ganz kann ich meine Gedanken nun nicht mehr kontrollieren. Der nächste Biss ist noch kleiner und ich ignoriere Nancys aufmerksamen Blick. Sie hat nur gesagt ich soll ihn essen und nicht wie lange ich dazu brauche oder wie ich ihn zu mir nehme.
„Mark mag dich!“ stellt sie mit besorgter Stimme fest. Ich muss mich stark zusammen nehmen um sich nicht anzumachen, aber der Ton ihrer Stimme passt mir gar nicht. Was hat sie denn erwartet das ich ihr dankbar um den Hals falle, weil sie mich zum Essen bringt. „Ich gebe mir doch Mühe!“ sag ich dann doch in einem angepissten Ton und Nancy mustert mich von der Seite. „Ich bin nicht wegen deinem Essverhalten besorgt. Das bin ich schon gewöhnt und hab keine Luftsprünge erwartet.“ antwortet sie mich und verwirrt mich für einen Moment. Bis mir einfällt was sie eigentlich so besorgt gesagt hat. „Oh sry! Ich mag Mark auch was ist daran so besorgniserregend?“ frag ich. „Er hat sich verändert seid er mehr mit dir zu tun hat und ich hab einfach Angst, dass er sich in eine Hoffnung hineinsteigert, die sinnlos ist!“ beantwortet sie meine Frage, aber wirklich schlau werde ich daraus jetzt auch nicht. Meine erste Vermutung ist nämlich total abwegig. Niemals würde sich Mark in mich verlieben und ich bin mir eigentlich sicher, dass Nancy das auch nicht andeuten wollte.
„Ich geh mal zu den beiden!“ sag ich und leiste meinem kleinen Schatz Gesellschaft, der sofort erfreut aufquiekt, nachdem er mich bemerkt hat. „Na jetzt lassen wir Drachen steigen!“ flüstere ich ihm ins Ohr und schiebe seinen Rollstuhl immer schneller den Weg entlang. Finn, der die Schnur eines gelben Drachens in der rechten Hand hält, beobachtet den Drachen und lacht fröhlich auf. Ich schiebe den Rollstuhl um die Ecke um genauso schnell wie zuvor los zu rasen. Das lachen und aufquieken von Finn ganz nah an meinem Ohr und bevor wir in Mark rein fahren bringe ich den Rollstuhl quietschend zum halten, das zur Folge hat das Finn jetzt wie verrückt mit seinen Händen um sich wedelt vor Freude. Der Anblick bringt mich zum Lachen und ich gebe meinem kleinen Schatz einen Kuss auf die Stirn. „Das mach ich nicht noch einmal!“ sag ich gespielt streng und Finn versucht mich mit seinen blauen Kulleraugen umzustimmen, was ihm mal wieder eindrucksvoll gelingt. Ich mag es nicht, wenn ich nicht widersprechen kann. So wiederhol ich das Spielchen von eben noch an die drei Mal und übergebe dann an Mark. Das ganze hat mich ziemlich erschöpft und mittlerweile ist es auch später Nachmittag.
Ich gesell mich wieder zu Nancy und trinke den warmen Früchtetee. „Der tut gut so schön warm!“ kommentier ich meinen Tee und ernte von Nancy ein zustimmendes Nicken. „Noch eine Runde und dann gehen wir mir ist schon seid einer halben Stunde so kalt“ jammerte unsere Prinzessin von der Erbse und als Mark gerade anfangen will mit Finn noch eine Runde zu drehen steht sie wütend auf. Amüsiert beobachte ich die beiden und muss erleichtert feststellen, dass sich Nancy durchgesetzt hat. Mark und mein kleiner, der heute extra sehr warm angezogen worden ist, kommen zum Auto. „Sie will los fahren ist das zu fassen.“ jammert Mark und ich werfe ihm erneut einen entschuldigenden Blick zu, bevor ich antworte. „Ich will auch los.“ „Dann gehen wir halt“ antwortet Mark und fragt in die Runde. „Wie spät ist es denn?“ Überrascht werfe ich einen Blick auf meine Uhr und stelle erstaunt fest, dass es bereits kurz vor 18 Uhr ist. Alle anderen sind ebenso überrascht und so packen wir schnellst möglich zusammen und fahren, dann eine Stunde zurück zur Wohnung.
____________________________________________________________
So wird das nächste Kapitel heißen "Psychologin"
Timid-girl
25. October 2008, 19:01
Danke euch für eure Kommis
Psychologin
„Ruby! Das freut mich, dass wir den Termin ausnahmsweise verschieben konnten.“ begrüßt mich meine Psychologin Dr. Mayer. „Ja macht nichts ich hab mich nur etwas gewundert, weil .............. nun ja heute Sonntag ist!“ drucks ich etwas herum um am Schluss, doch meine bedenken wegen dem ungewöhnlichen Termin preiszugeben. „Ich weiß, aber ich wollte dich nicht bis nächsten Donnerstag warten lassen.“ antwortet mir Dr. Mayer freundlich und wir setzten uns. Ihr Büro ist in braunen Tönen gehalten und es gibt ein gemütliche Liege, ein großes Sofa so wie ihr Sessel in dem sie bei jeder Sitzung drin Platz nimmt.
„Was hast du empfunden, als ich den Termin verschieben musste?“ fragt sie mich mit ihrer ruhigen Stimme und blickt mich eindringlich an. „Ich hab Panik bekommen im ersten Moment“ antworte ich ihr ehrlich und denke an den Tag ihres Anrufs zurück. „Gut und warum hast du so empfunden?“ fragt sie mich daraufhin. „Ich hab mich überfordert gefühlt mit dem Wissen das Georg in der Stadt sein wird. Ich wollte ihnen davon erzählen, dass er am Freitag da war, also ich hab gehofft das sie mich am Donnerstag beruhigen und somit am Freitag alles nur halb so schlimm wird.“ Erklär ich ihr und spüre wie die Panik in mir zurückkehrt und so auch in meine Stimme. „Haben sie mit ihm geredet?“ fragt Dr. Mayer und ohne zu Überlegen schießen die Worte nur so aus meinem Mund. „Um Gottes willen NEIN zum Glück er weiß doch gar nicht das ich in Berlin leben!“ Dr. Mayer notiert sich etwas auf ihren Block und sieht mir dann bei ihrer nächsten Frage wieder direkt in die Augen. „Weshalb haben sie dann Angst. Berlin ist eine große Stadt wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausgerechnet ihm begegnen. Ich schätze sie haben an diesem Tag auch nicht öfters als nötig die Wohnung verlassen.“ Bei ihren Worten merke ich wie ich immer kleiner auf meinem Platz werde und anfange mit meinen Fingern zu spielen. „Er war 15 Minuten entfernt von meiner Wohnung. Ich weiß auch nicht es fühlt sich komisch an, wenn ich weiß, dass er da irgendwo in der Nähe ist. Wovor ich Angst habe kann ich auch nicht genau sagen. Keiner in meinem neuen Umkreis weiß das von mir und Georg, außer meinen Eltern.“ versuch ich auf ihre Frage so gut es geht zu Antworten.
„Ruby ich kenne sie jetzt schon seid fast zwei Jahren. Ich kann ihnen sagen wovor sie Angst haben und ich weiß, dass sie das auch wissen. Soll ich es ihnen sagen oder wollten sie nicht doch selbst es aussprechen?“ sagt sie und blickt mich fragend an. Ich schüttele den Kopf natürlich weiß ich wovor ich so große Angst habe, aber vielleicht ist ein neutraler Blick auf die Tatsachen besser, als wenn ich selbst versuchen würde mir das einzugestehen. „Sie haben Angst davor, dass Georg ihnen begegnen könnte, wenn sie völlig unvorbereitet sind. Im schlimmsten Fall schätze ich wenn sie mit ihrem Sohn Finn zusammen sind. Das er das Bild was er bis jetzt von ihnen vor Augen hatte durch ein Bild einer jungen Mutter ersetzt und das er herausfindet wie alt ihr Sohn ist. Denn dann kommen die ganzen Fragen die er ihnen stellen wird und somit wird sie die Vergangenheit wieder einholen.“ Fängt sie an mich zu analysieren. Allein die Vorstellung auf dieses zusammentreffen bringt mich dazu anzufangen wie Espenlaub zu zittern. Ich kämpfe mit den Tränen und rede für sie weiter.
„Er wird denken er sei Finns Vater und er würde noch mehr nicht verstehen warum ich ihn damals verlassen habe. Ich werde ihm sagen müssen, dass Finn nicht sein Sohn ist.“ Bring ich schluchzen hervor. „Er wird denken sie hätten ihn betrogen!“ sagt meine Psychologin Dr. Mayer und noch mehr Tränen sammeln ihren Weg. „Ja!“ flüstere ich verzweifelt bevor ich weiter reden kann Atme ich mehrmals tief ein und aus. „Das haben sie allerdings nicht!“ sagt wieder meine Psychologin. „Nein ich hätte ihm das nie antun können. Ich hab ihn doch geliebt!“ bring ich hervor. „Sie haben Angst, dass er daran Zweifeln könnte!“ stellt sie unverblüht mit fester Stimme fest und ich nicke nur. Zu Schmerzhaft sind die Emotionen und die Erinnerung die auf mich einprasseln. „Und was wird dann geschehen Ruby?“ fragt sie eindringlich. „Ich weiß es nicht!“ schrei ich sie an. „Was werden sie ihm sagen? Sehe sie mir in die Augen Ruby“ fordert sie mich auf. „Nichts was soll ich ihm denn sagen!“ bring ich gerade so noch heraus bevor ich erneut so sehr weine, dass man kein Wort das ich sage verstehen kann. „Das wissen sie Ruby. Sie wissen was sie ihm sagen sollen und müssen! Davon laufen bringt nichts.“ Redet Dr. Mayer auf mich ein.
Ich nehme die Hände vom Gesicht und sehe sie mit verheulten Augen an. „Ich kann das nicht!“ flüstere ich. „Es ist nur ein Wort. Ruby sie können das sprechen sie den Grund für die Trennung für ihr großes Leid aus.“ Spricht sie mir Mut zu, doch ich schüttele nur den Kopf. „Wenn sie es nicht tun wird der Mann den sie lieben gehen. Sie haben nur eine Chance Ruby. Er wird ihnen nicht vergeben, wenn er nicht weiß, dass es nichts zu vergeben gibt. Das sie ihn nicht betrogen haben.“ Spricht sie auf mich ein und schafft es so mich wieder ins Hier und Jetzt zu zurück zu bringen. „Er wird trotzdem gehen!“ sag ich kalt und emotionslos. „Das wissen sie nicht Ruby!“ widerspricht sie mir. „Kein Mann will mit einer gezeichneten Frau zusammen sein! Ich bin schmutzig und werde das nie wieder von meinem Körper waschen können.“ sag ich und beseitige die letzten Spuren meines Ausbruches. „Sie können dafür nichts Ruby, dass müssen sie sich immer wieder vor Augen führen. Sie waren nicht an den Ereignissen Schuld.“ sagt meine Psychologin Dr. Mayer. „Wer weiß vielleicht hab es verdient gehabt, vermutlich war ich an dem Abend zu leicht begleitet oder habe ihm unangebrachte Hoffnungen gemacht! Was weiß ich.“ sag ich und sehe aus dem Fenster.
Dr. Mayer steht auf und legt ihren Arm auf meine Schulter. Sie dreht mich zu sich um und sieht mir tief in die Augen. „Dieser Mann hatte kein Recht dazu sie zu vergewaltigen, egal ob sie zu sexy gekleidet waren oder ihm unangebrachte Hoffnungen gemacht haben. Was sie jedoch zusätzlich gar nicht getan haben. Er sitzt dafür Jahre im Gefängnis Ruby. Hören die auf die Schuld bei sich zu suchen.“ Sagt sie und reicht mir ein Taschentuch so wie ein Glas Wasser. „Erzählen sie mir von einem positiven Erlebnis!“ fordert sie mich auf und setzt sich wieder. Ich tu es ihr gleich und überlege einen Moment was ich erzählen könnte, außerdem trinke ich einen großen Schluck von meinem Wasser. „Also wir waren gestern Drachensteigen mit Mark und Nancy. Das war schön. Finn hat regelrecht gestrahlt und ihm ging es gut. Das war wichtig für mich!“ sag ich und bring sogar ein leichtes Lächeln zu Stande. „Wie geht es dem kleinen den gesundheitlich?“ fragt sie. „Oh Gott. Es geht ihm schlechter, als die Monate davor. Er hatte erst Anfang September diesem Schub und man vermutet er wird noch November den nächsten bekommen. Normalerweise dauert das ein halbes Jahr oder sogar länger.“ Antworte ich und sehe sie traurig an. „Sie haben ihn in dem Bewusstsein bekommen, dass er wenn er Glück hat zwei Jahre alt wird, aber er wird sterben.“ Erinnert sie mich. „Ich weiß das doch, aber er ist mein Sohn. Er ist ein kleiner Junge der die Welt erkunden will und mit ansehen zu müssen, dass ihm dazu immer mehr die Kraft fehlt. Das bricht mir, als Mutter das Herz.“ Erklär ich ihr und sehe traurig auf die Decke. Ich spüre wie ihre warme Hand meine drückt und bringe ein dankbares Lächeln zu Stande.
„Haben sie sich einmal überlegt ihre Arbeit und ihr Studium abzubrechen?“ fragt sie mich nach einigen Schweigeminuten. „UM mehr für meinen Sohn dazu sein? Natürlich jeden Tag denk ich darüber nach, aber ich kann nicht. Ich will nicht vom Staat oder meinen Eltern abhängig sein und das Studium, dass brauch ich für mich. Das ist wie meine Freizeit eine Art emotionaler Erholung.“ Antworte ich ihr.
„Sie vernachlässigen aber durch ihre Überforderung im Moment ein weiteres Problem mit dem sie sich intensiv beschäftigen sollten.“ Gibt meine Psychologin Dr. Mayer zu bedenken. „Ich weiß worauf sie hinauswollen und glauben sie mir Nancy gibt sie in der Hinsicht auch reichlich Mühe. Ich bemühe mich wirklich, aber es ist nicht so einfach meine innere Stimme abzuschalten.“ sag ich. „Das versteh ich natürlich, aber ihrem Sohn bringen sie nichts wenn sie vor Erschöpfung zusammen brechen.“ Sagt sie und warnt mich wieder eindringlich. „Wie viel haben sie abgenommen diese Woche?“ fragt sie und ich antworte ihr „Nur 0,3 Kilo!“ „2,5 Kilo ist nicht viel Ruby!“ spricht sie weiter und verdeutlicht mir so wieder mein Ziel, dass ich noch 2,5 Kilo zunehmen muss. „Ich hab ihren Plan und ich versuch mich daran zu halten. Versprochen!“ antworte ich und Dr. Mayer schüttelt den Kopf. „Ruby sie müssen nicht mir sonder sich selber das versprechen und sich daran halten!“ macht sie mir klar. „Was haben sie heute gegessen?“ fragt sie und ich überlege. „Ein halbes Brötchen mit Marmelade und einen Orangensaft. Heute Mittag gab es Reis mit Gemüse, aber ich hab nur eine Kinderportion gegessen.“ antworte ich. „Das ist nicht sonderlich schlimm. Solange sie bei Kinderportionen bleiben statt nichts zu sich zu nehmen!“ redet mir Dr. Mayer Mut zu.
„Wir sehen uns dann nächsten Donnerstag und die Nummer für Notfälle haben sie?“ fragt sie mich zur Verabschiedung. „Ja hab ich in meinem Handy eingespeichert!“ verkünde ich und verlasse die Praxis.
Timid-girl
16. November 2008, 14:40
Gegen meinen Willen
Ziemlich müde schaff ich es mich an diesem Montag wieder einmal mehr schlecht als recht aufzuraffen um in die Uni zu kommen. Da das Wintersemester erst vor wenigen Wochen angefangen hatte gibt es noch nicht, so was wie Routine. Es fällt mir unheimlich schwer meine Augen offen zu halten und deshalb versuch ich es mit der Taktik Gespräche in der U-Bahn zu belauschen, da man dann jedenfalls nicht droht einzuschlafen. Diesmal gebe ich mir bei der Wahl nicht besonders viel Mühe. Ich wähle einfach die Gruppe von Mädchen, die hinter mir sitzen. „Ich fass es nicht wie konnte Matthias das nur machen. Ich meine heute hätten die doch ihr einjähriges gehabt oder?“, fragt ein junges Mädchen empört in die Runde. „Nein heute ist der 20.Oktober die hätten nächste Woche ihr einjähriges gehabt“, beantwortet die angesprochene und klingt nicht minder empört. Bevor ich dem Gespräch weiter folgen kann kommt meine Station und ich muss aussteigen.
Bei meinem Lieblingscafe direkt an der Uni bestell ich mir einen Kaffee und treffe auf Alina. Die meine Arbeitskollegin ist und neben dem Studium, als Model ihr Geld zusätzlich noch verdient, aber das reicht anscheinend nur für ihre Miete, Klamotten und Studiumsgebühren. Den Rest wie zum Beispiel Essensgeld, Telefon/Internetrechung, Handyrechnung und Studiumsanschaffungen muss sie sich mit ihrem zusätzlichen Job erarbeiten. Dabei gibt sie die meisten Schichten an mich ab und macht nur das nötigste, also wenn sie keine Bücher fürs Studium kaufen muss arbeitet sie diesen Monat weniger. „Du wirst nie erraten wenn ich kennen gelernt habe. Du hättest bei der Party dabei sein sollen, dass hab ich Nancy auch schon erzählt.“, fängt sie an zu schwärmen mit meinem Kaffee und Alina im Schlepptau verlass ich das Cafe und wir treffen auf Nancy, die heute morgen noch viel früher, als ich sich auf den Weg zur Uni gemacht hat. „Na du was warst du heute morgen so schnell weg?“, frag ich sie deshalb auch gleich. „Musste was erledigen danke für den Kaffe Alina“, erwidert sie und hängt sich in meinem Arm ein. „Ich und Alina haben uns gedacht wir ..“, beginnt Nancy zu erzählen und ihr Satz wird von Alina vervollständigt mit den Worten „ .., wir entführen dich nach Hamburg ohne Widerworte. Da wartet eine Überraschung auf dich.“
Eine halbe Stunde später und 1000 Beschimpfungen und Gegenargumente zu trotz, sitze ich gegen meinen Willen in einem Flugzeug nach Hamburg. Warum wir nach Hamburg fliegen ist ganz einfach und natürlich selbstverständlich, denn Alina hat einen reichen Typen kennengelernt, der sie nach Hamburg eingeladen hat und sogar den Flug gezahlt hat. Was ich allerdings immer noch nicht verstehe ist warum ich und Nancy mitkommen müssen. Darauf weiß Alina auch nicht recht eine Antwort. Sie erzählte zwar etwas von, er hätte ein gemeinsames Bild von uns drei gesehen und daraufhin beschlossen uns alle drei einzuladen und nicht nur sie, aber wie es dazu gekommen ist hat sie nicht erwähnt. Ehrlich gesagt denke ich, dass der Typ sie einfach in der Zeit, in der er sich nicht um sie kümmern kann, beschäftigt wissen will. „Hast du nicht mal gesagt du wolltest nach Hamburg ziehen?“, stellt Alina kurz vor der Landung eine Frage für die ich ihr den Kopf abreisen könnte. Ja ich wollte einmal nach Hamburg ziehen zusammen mit Georg nachdem sich die Band dort fest etabliert hatte bezüglich Studio, Loftwohnung, Georgs Familie, Zwillinge und etc. Ich hatte mich sogar über die Uni informiert und damals hatte Georg sich eine Wohnung in unmittelbarer Universität Nähe gemietete nur für mich, ob er die Wohnung wohl noch hatte. Ich konnte mich gut daran erinnern, dass wir sie gemeinsam ausgesucht hatten, jedoch wusste ich da nicht, dass Georg das schon so geplant hatte. Ich dachte ich helfe ihm einfach bei einer Wohnung für ihn suchen und nicht für uns.
„Ja wollte ich und können wir das Thema dabei belassen“, antworte ich leicht pampig und Alina verdreht die Augen. Sie weiß ja nicht wie sehr sie in die offenen Wunden sticht mit ihren Bemerkungen oder Fragen. Unbewusst ist immer noch am schlimmsten, denn ich kann ihr ja nicht mal richtig Böse sein. Endlich landet das Flugzeug und wir steigen aus, nachdem wir an der Gepäckausgabe vorbei sind und werden von einer älteren Dame namens Ursula empfangen. „Ihr müsst Ruby, Nancy und Alina sein“, begrüßt sie uns und wir nicken eifrig. „Woher kennt sie unseren Namen“, flüstere ich derweil Nancy zu, die nur mit den Schultern zuckt. Während der gesamten Autofahrt reden die beiden Tratschtanten Alina und Ursula über Gott und die Welt während ich und Nancy uns diskret zurückhalten. „Ach da wären wir“, verkündigt Ursula plötzlich und reist mich aus meinem Halbschlaf. Gähnend lass ich den anderen den Vortritt und steig als letzte aus.
Mit weit aufgerissenen Augen starr ich das Gebäude vor mir an. „Das ist das Studio von Tokio Hotel“, bring ich geschockt hervor und gehe nicht weiter auf die verwunderten Blicke von Alina und Nancy ein. „Genau, die Jungs freuen sich dich wiederzusehen“, stimmt mir Ursula zu. Sie weiß das ich die Jungs kenne schießt es mir durch den Kopf. Panik breitet sich in mir aus, als plötzlich die Eingangstüre geöffnet wird, doch zum Glück handelt es sich um Tobi, denn zweiten Security neben Saki. „Schön dich wieder zu sehen Ruby“, begrüßt er mich lächelnd. „Wie du kennst die?“, kommt es beleidigt von Alina, da sie davon ausgeht, dass ich ihr das vorenthalten wollte. „Alles okay?“, fragt stattdessen Nancy besorgt. Ich kann es ihr auch nicht verübeln ich bin kreidebleich. Oh Gott was ist wenn Georg der Typ war mit dem Alina schießt es mir durch den Kopf und ich starre sie an. „Mit wem der Jungs warst du im Bett“, rutscht es mir wütend über die Lippen. Erschrocken über die Wut in meiner Stimme zuckt Alina zusammen. Eigentlich habe ich kein Recht dazu wütend zu sein, doch leider kann ich den Ton nicht herausnehmen. Alina starrt mich überrascht an, weil ich sie nie verurteilt habe über ihre Affäre, doch wenn sie mit Georg geschlafen hat, dann bin ich mir sicher das bei mir die Sicherungen durchbrennen, obwohl ich wie schon erwähnt dazu kein Recht habe. Das mein Georg nach der Trennung von mir nicht auf Groupies verzichtet hat ist mir dabei durchaus bewusst, aber es ist immer was anderes wenn es sich um irgendein Mädchen handelt oder eben eine Bekannte, vielleicht manchmal eine richtig gute Freundin, wenn ich sie denn lassen würde.
„Ich...“, fängt sie an zu stottern und starrt mich immer noch erschrocken an. „Es war Tom“, kommt es von Tobi und ich erhasche mich dabei kurz erfreut zu lächeln. „Er hat dich auf dem Foto wiedererkannt und euch deshalb eingeladen“, ergänzt Ursula. „Hätte ich dich vom Flughafen abgeholt wärt ihr wohl nicht bis hierher gekommen und jetzt kommt rein“, sagt Tobi und trifft damit total ins Schwarze. Ich kannte eigentlich ja die gesamte Crew bis auf die neuen, wie Ursula. „Kann uns mal jemand aufklären?“, faucht Alina, die sich von dem ersten Schock etwas erholt hat und wohl gerade bemerkt hat, dass sie gar nicht im Mittelpunkt steht sondern ich. Mir hätte es natürlich nichts ausgemacht ihr diese Rolle zu übertragen, doch dazu war ich leider nicht im Stande. In solchen Momenten wünsche ich mich generell weit weg. Wusste Georg, dass ich hier war? Oder hatte Tom geschwiegen? Jedenfalls war sicher, dass es Bill wusste, da Tom ihm davon erzählt haben muss. Die beiden sind eben Zwillinge. Während ich Gedanklich die Erkenntnis verarbeiten muss, waren fast alle ins Haus gestürmt, da es doch recht kalt war. Nur noch Tobi steht an der Tür und wartete darauf, dass ich mich in Richtung Einganstüre bewege, doch ich denke nicht einmal daran. „Ich gehe da nicht rein“, verkünde ich mit fester Stimme. Tobi seufzt hörbar auf und erkennt schnell, dass es wohl zu schön sei zu erwarten, dass ich mich so leicht überreden lassen würde. „Willst du dir hier draußen den Tod holen?“, fragt er und wie als Zustimmung des Wetters rauscht ein kalter Wind über die Straßen. „Weiß er denn das ich hier bin?“, frag ich und hoffe, dass Tobi die Antwort verneint, doch zu meinem Pech nickt er mit dem Kopf. „Egal ich gehe da nicht rein“, bleib ich tapfer bei meiner Version und versuche die Gedanken zu vertreiben, wie es Georg da drin wohl ergehen mag. Vermutlich bin ich ihm sowieso egal spreche ich mir selbst Mut zu. „Komm schon Ruby du benimmst dich kindisch und das weißt du. Sei nicht so feige und gebe ihm die Antworten die er hören will. Das hättest du damals schon machen sollen“, versucht Tobi an meine Vernunft zu appellieren. „Nein“, bleib ich standhaft und zucke erschreckt zusammen, als die Tür erneut geöffnet wird.
Aus ihr heraus tritt eine wirklich schöne schwarzhaarige schlanke junge Frau, die vor Kälte die Arme um sich schlingt. Bekleidet mit einer engen Röhrenjeans und einem langen weißen Pullover sieht sie mich skeptisch an und lächelt dann jedoch scheinbar erfreut. „Ich bin Marie, die Jungs erwarten dich schon vor allem mein Georg ist total gespannt. Wart ihr früher eng befreundet. Du musst wissen er hat leider nie von dir gesprochen, deshalb war ich total erstaunt, dass er so nervös war“, fängt sie an zu Reden und will gar nicht mehr aufhören. Hat sie gerade mein Georg gesagt? Frag ich mich gedanklich und es wird mir durch Tobis ausweichendem Blick bestätigt. Er hat mich gemocht im Gegensatz zu anderen Mädchen, die den Jungs nahe standen. Am wenigsten konnte er damals und vermutlich heute noch Toms Betthäschen leiden, denn vor denen musste er mich immer wieder beschützen, damit die Beziehung nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Franzi und ich waren immer seine Mädels, obwohl er es nicht gemusst hätte, hat er uns auch alle Wünsche von den Lippen abgelesen. Franzi war damals Gustavs Freundin und ich habe sie wirklich gemocht, doch das Risiko mit ihr in Kontakt zu bleiben war zu groß. Ich hätte auf die Dauer sie nicht mit der Lügengeschichte, die ich Georg aufgetischt hatte anlügen können.
„Willst du nicht hochkommen hier draußen ist es so kalt“, sagt Marie, die mittlerweile ihre Zigarette fertig geraucht hat. Ein Lächeln huscht über meine Lippen bei dem Gedanke, dass sie eigentlich gar nicht zu Georg passt, aber vermutlich hat er sich schon so verändert, dass ich im Unrecht bin und die beiden sehr wohl zusammen passen. „Jep ich war gerade in Gedanken“, rede ich mich heraus und versuch mir nicht anzumerken wie sehr ich gerade getroffen bin, aber was hatte ich erwartet, dass er ewig Single bleibt. Nein Georg hatte die Auswahl und irgendwann begräbt man jeden Liebeskummer. Nur ich war es die sich immer noch an die Vergangenheit klammerte. Wahrscheinlich lag das einfach daran, dass ich damals noch glücklich war. Georgs Leben dagegen lief jetzt noch besser, als damals also hatte er keinen Grund nicht weiter zu Leben und sich an die Vergangenheit zu klammern. Wir gehen die Gänge entlang runter zum Studio und es fühlte sich fast an wie Heimat. Damals bei dem ersten Album hatten sich die Jungs hier verkrochen und ich war mit von der Partie und auch ein paar Bonussongs wurden 2006 hier aufgenommen, bis ich mich dann dazu entschlossen habe nicht mehr ein Teil seines Leben zu sein und damit auch das Studio nicht mehr zu mir gehörte. Alles sah genauso aus wie vor über zwei Jahren. „also da ist das Büro wo David all sein Büro ..“, beginnt mir Marie zu erzählen, doch ich unterbreche sie mit einem „Weiß ich schon alles“, und betrachtete die Räume fasziniert, da sich hier kaum etwas verändert hatte. Marie fasste meine Art ihr mitzuteilen, dass ich mich hier bestens Auskenne wohl als Beleidigung auf, doch das ist mir relativ egal. Sie und ich müssen keine Freundinnen werden und ich will das auch gar nicht. „Jungs seht mal wenn ich euch mitgebracht habe“, flötet sie und wir betraten den Wohnbereich des Studios. Nancy und Bill unterhalten sich gerade und schauen von links zu uns herüber. Tom ist mit knutschen beschäftigt, dafür ist Alina natürlich genau die Richtige und erstaunlicherweise wieder vollkommen besänftigt. Die beiden kommen nicht dazu aufzusehen was ich ihnen, aber nicht übel nehme. Wie gesagt ich mag es eigentlich nicht im Mittelpunkt zu stehen und dann treffen sich unsere Blicke.
Nichts auf der ganzen Welt hätte mich auf diesen Moment vorbereiten können. Er sieht fantastisch aus etwas Älter reifer im Gesicht. Seine Gesichtszüge sind markanter seine Haare offen, so wie ich es immer geliebt hatte und er hat meinen Pullover an, denn ich ihm zu seinem 19 Geburtstag geschenkt habe. War das Absicht? Ich kann seinem Blick nicht lange standhalten und weiche ihm aus bevor ich mit ansehen muss wie Marie ihn begrüßt. „Franzi“, bring ich freudig und überrascht raus, denn mein Blick ist weiter gewandert und bei Gustav stehen geblieben. Der Franzi in seinen Armen hält und mich ausdruckslos ansieht. Franzi dagegen springt freudig auf und stürmt auf mich zu. Mit ihrer Umarmung reißt sie mich fast um und lacht dabei fröhlich. „Ich hab dich soooooooooooooooooo sooooooo vermisst. Das ist so langweilig ohne dich gewesen die letzten Jahre“, sagt sie und zieht mich mit sich aufs Sofa. „Du musst mir ALLES erzählen was passiert ist nachdem ...“, beginnt sie und sieht dann traurig zu Georg. „Nach dem Sommer 2006?“, frag ich sie ausweichend, damit sie es nicht Ausspricht. Sie nickt zustimmend und plötzlich fauch Georg „Lass das.“ Erschrocken wenden sich alle ihm zu und blicken in ein sehr geschocktes Gesicht von Marie und einen wütend aussehenden Georg. „Wir müssen reden“, herrscht er mich an und steht auf. Er kommt mir immer nähr, doch ich bin nicht in der Lage irgendwas zu erwidern, als er direkt vor mir steht packt er mich am Arm und ich jaule schwind erschrocken auf. Nancy ist merklich zusammengezuckt und ich befreie mich aus seiner Umklammerung. „Nancy er tut mir nicht weh wirklich“, sag ich mit ruhiger Stimme, doch es ist zu spät Nancy beginnt am ganzen Körper zu zittern. Bill legt sanft seinen Arm um meine Freundin und beugt sich zu ihr hinunter. Was er ihr jetzt ins Ohr flüstert kann niemand hören, doch verfehlt seine Wirkung nicht und ihr zittern bebt ab. Erleichtert atme ich wieder aus und funkle Georg wütend an. „Musste das sein“, fauch ich ihn an und er blickt mich fragend an. Natürlich weiß er nicht wie sehr er damit Nancy Angst gemacht hat und jemand der nicht so viel Gewalt von männlicher Seite, wie sie erfahren hatte, würde das wohl auch nicht nachvollziehen können.
________________________________________________________________________________
_______________________________
so bist nächste Woche freu mich über Kommis, obwohl es hier mal nicht um die Twins geht